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Häufig gestellte Fragen


1. Was ist Diabetes?

Unter Diabetes mellitus versteht man eine chronische Stoffwechselkrankheit, die im Wesentlichen durch ein Ungleichgewicht zwischen dem Zucker- und Insulinspiegel im Blut entsteht. Zum besseren Verständnis wird häufig das sogenannte „Schlüssel-Schloss-Prinzip“ als Erklärungshilfe benutzt:

Insulin ist der „Schlüssel“, der in der körpereigenen Zelle das „Schloss“ der „Zuckertür“ öffnet. Durch die geöffnete „Zuckertür“ gelangt dann der Zucker in die Zelle und kann somit verstoffwechselt werden.

Produziert nun die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr, fehlt also der Schlüssel zum Schloss. Somit kann auch kein Zucker mehr in die körpereigenen Zellen gelangen. Der Blutzuckerspiegel steigt. Diese Art der Zuckerkrankheit, die durch einen absoluten Insulinmangel („Schlüsselmangel“) hervorgerufen wird, nennt man Typ1-Diabetes. Dieser betrifft zumeist jüngere Menschen, häufig auch schon Kinder.

Im Gegensatz dazu entsteht der Typ2-Diabetes dadurch, dass die körpereigenen Zellen zunehmend schlechter auf das Insulin ansprechen. Im Detail heißt das: Wir haben zwar genug „Schlüssel“, aber die Schlösser an den Zellen funktionieren nicht mehr richtig. Wir nennen das „Insulinresistenz“ („Schlossfunktionsstörung“). In der Folge gelangt deutlich weniger Zucker in die Zellen als normal, was sich in hohen Blutzuckerspiegeln äußert. Von diesem Diabetes-Typ 2 sind besonders ältere Menschen betroffen, jedoch kommt es in den letzten Jahren zunehmend auch bei jüngeren Menschen zum Typ2-Diabetes, verursacht durch Übergewicht und Bewegungsmangel. Aus diesem Grunde nennt man die Zuckerkrankheit auch häufig „Wohlstandserkrankung“.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Ursachen für eine Zuckerkrankheit wie z. B. Gendefekte, Zellrezeptordefekte oder -funktionsstörungen, die jedoch sehr viel seltener vorkommen.

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2. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Viele experimentellen Studien beschäftigen sich mit dem Thema der „neuen“ Behandlungsmöglichkeiten (z. B. Bauchspeicheldrüsentransplantationen) des Typ1-Diabetes, fest etabliert hat sich jedoch noch kein Verfahren. Als Typ1-Diabetiker mit einem absoluten Insulinmangel („Schlüsselmangel“) gibt es derzeit die Insulintherapie als Behandlungsmöglichkeit. Zudem empfehlen wir Ihnen eine diabetesgerechte und vollwertige Ernährung sowie ausreichend körperliche Bewegung.

Als Typ2-Diabetiker mit „Schlossfunktionsstörung“ (Insulinresistenz) haben Sie mit vollwertiger Ernährung, Bewegung und durch Gewichtsreduktion die besten Behandlungsmöglichkeiten selbst in der Hand. Mit diesen „Maßnahmen“ sorgen Sie dafür, dass Ihre „Schlösser“ in den „Zuckertüren“ der Zellen wieder besser funktionieren. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, stehen uns für Sie eine Reihe an Möglichkeiten zur Verfügung, z. B. unter anderem eine Behandlung mit Tabletten. Reicht auch das nicht mehr aus, werden wir Ihren Blutzucker mit einer Insulintherapie einstellen.

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3. Was ist ein „normaler“ Blutzuckerwert?

Nach den Richtlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft gelten für:

 

Nicht-Diabetiker:

  • Nüchternwert (im Blutplasma gemessen):                          60mg/dl – 110mg/dl
  • Zwei Stunden nach der Mahlzeit Im Blutplasma gemessen):  bis 140 mg/dl

 

Diabetiker:

  • Nüchternwert (im Blutplasma gemessen):                           bis 126 mg/dl
  • 2 Stunden nach der Mahlzeit(im Blutplasma gemessen):        bis 160 mg/dl

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4. Was ist eine Unterzuckerung und was kann ich dagegen tun?

Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) liegt definitionsgemäß dann vor, wenn Sie einen Blutzuckwert unter 50 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) messen. Hierbei können Sie sehr häufig folgende Symptome beobachten:

  • Heißhunger
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schwäche
  • Blässe
  • Schwitzen
  • Zittrigkeit
  • Herzklopfen
  • Kribbeln
  • Kopfschmerzen
  • Nervosität
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Verwirrung
  • Bewusstseinsstörungen
  • Krämpfe
  • Bewusstlosigkeit

 

Die Ursachen für eine Hypoglykämie sind:

  • zu hohe Dosis von Insulin oder blutzuckersenkenden Medikamenten
  • zu großer Spritz-Ess-Abstand
  • zu wenig oder gar nichts gegessen
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
  • Ungeplante oder zu große körperliche Belastung
  • Alkoholkonsum

 

Es kommt gelegentlich vor, dass Sie Anzeichen einer Unterzuckerung bemerken, wenn Sie Blutzuckerwerte über 50 mg/dl messen. Hierfür gibt es mehrere Erklärungsmöglichkeiten:

  • Liegen Ihre Blutzuckerwerte längere Zeit deutlich zu hoch (z. B. 300 mg/dl), können Sie bereits bei Blutzuckerwerten von z. B. 130 mg/dl Unterzuckerungssymptome bemerken. Wir sprechen dann von „Pseudo-Hypoglykämie“. Diese verschwindet jedoch nach einigen Tagen (mit guter Blutzuckereinstellung) wieder.
  • Wir beobachten gelegentlich auch, dass das individuelle Empfinden einer Unterzuckerung höher liegt (z. B. bei 70 mg/dl). Aktuell wird deshalb eine angeregte Diskussion um den Grenzwert für eine Hypoglykämie geführt.

 

Man unterscheidet:

 

Leichte Unterzuckerung - hier können Sie sich als Diabetiker selbst gut helfen, indem Sie schnell wirkende Kohlenhydrate zu sich nehmen. Als Beispiele sind zu nennen: Traubenzucker, gesüßte Fruchtsäfte oder Cola.

 

Schwere Unterzuckerung - hier müssen Angehörige oder sogar der Notarzt eingreifen. Es gilt, dem bewusstseinsklaren Diabetiker schnell blutzuckerwirksame Kohlenhydrate zu verabreichen, z. B. Traubenzucker, gesüßte Fruchtsäfte oder Cola.

Ist der/die betroffene Diabetiker/in bewusstlos (Koma oder hypoglykämischer Schock), dann muss der Notarzt über eine Infusion hochprozentige Glukoselösung oder andere Medikamente (Glukagon) verabreichen.

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5. Was darf ich essen?

Sie dürfen als Diabetiker im Prinzip alles essen. In der heutigen Zeit gibt es keine spezielle Diät mehr für Menschen, die an Diabetes erkrankt sind. Ganz allgemein empfehlen wir eine ausgewogene, energiegerechte Ernährung.

Hierbei sollten folgende Lebensmittel die erste Wahl sein:

  • viel Vollkorn-Getreideprodukte
  • Regelmäßig Obst und Gemüse
  • Vorwiegend magere Fleisch- u. Wurstwaren, magere Milchprodukte,
  • ein- bis zweimal pro Woche Seefisch
  • Koch- und Streichfett sparsam genießen und auch Öle einsetzen.

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6. Wie funktioniert die kontinuierliche Blutglukosemessung?

Um eine gute Übersicht über Ihre Blutzuckerwerte zu erhalten und um Rückschlüsse auf eventuelle therapeutische Veränderungen ziehen zu können, ist häufig eine kontinuierliche Blutzuckermessung hilfreich.

Dieses Verfahren ist erst in jüngerer Zeit entwickelt worden und im Wesentlichen schmerzlos. Besonders geeignet ist die kontinuierliche Blutzuckermessung für Diabetiker mit scheinbar schwer einstellbarer Blutzuckerstoffwechsellage.

Wir legen Ihnen zu diesem Zweck für insgesamt 3 Tage (=72 Stunden) einen Messsensor in Form einer kleinen Nadel in das Unterhaut-Gewebe am Bauch ein. Der Messsensor ist über einen kleinen Schlauch mit dem Analysegerät verbunden. Das Analysegerät registriert und speichert innerhalb dieser 3 Tage alle 5 Minuten Ihren Blutzuckerwert.
Sie haben die Aufgabe, 1x/Tag eine selbstständige Blutzuckermessung durchzuführen und den gemessenen Wert zum Abgleich in das Analysegerät einzugeben. Weiterhin führen Sie in diesen 3 Tagen ein Protokoll über Ihre Mahlzeiten, Bewegung und Medikamenteneinnahme.

Im Anschluss an die 3-tägige Messphase werten wir die Messergebnisse in Zusammenschau mit den Daten Ihres Protokolls aus.

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7. Welche Folgen kann Diabetes haben?

Aus vielen Studien weiß man, dass durch Diabetes die Blutgefäße „verkalken“. Die bekanntesten Folgen dieser Gefäßverkalkungen sind:

Schäden an größeren Gefäßen:

  • Halsgefäße -> Schlaganfälle
  • Herzkranzgefäße -> Herzinfarkte,
  • Becken- und Beingefäße -> Durchblutungsstörungen in den Beinen („Schaufensterkrankheit“)


Schäden an den kleineren Gefäßen

  • Augen -> Netzhautschäden, die zur Erblindung führen können
  • Nieren -> Funktionsstörungen, die bis zur Dialysepflicht (Blutwäsche) führen können


Nervenstörungen
Periphere Nervenstörungen der Beine:

  • Taubheitsgefühle
  • Kribbeln wie „Ameisenlaufen“
  • „wie auf Wolken gehen“
  • Gleichgewichtsstörungen
  • chronische Schmerzzustände

Nervenstörungen an Organen:

  • Herzrhythmusstörungen mit Herzschwäche
  • Verdauungsbeschwerden durch Magen- u. Darmentleerungsstörungen
  • Inkontinenz durch Harnblasenentleerungsstörungen
  • Impotenz


Diese Erkrankungen können einzeln auftreten, sind jedoch häufig kombiniert zu beobachten. Ein typisches Beispiel ist das sogenannte Diabetische Fußsyndrom:
Hier liegen häufig eine schlechte diabetische Stoffwechsellage in Kombination mit schweren peripheren Nervenstörungen und häufig Durchblutungsstörungen der Beine vor. Dadurch kann es unbemerkt zu Verletzungen des Fußes oder einer Zehe kommen, die zu schweren Entzündungen und langwierigen Wundheilungsstörungen führen.

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8. Welche Risikofaktoren führen zu Diabetes?

Die Zuckerkrankheit entsteht meist nicht von heute auf morgen. Bei Typ2-Diabetikern zeigen Studien, dass oft schon seit mehreren Jahren im Verborgenen eine gestörte Blutzuckerstoffwechsellage vorliegt, bevor die Zuckerkrankheit offenbar wird. Bereits in dieser Phase entstehen Verkalkungen an den Gefäßen.

Ein besonders hohes Risiko, an Typ2-Diabetes zu erkranken, haben Sie definitionsgemäß dann, wenn Sie:

  • übergewichtig sind,
  • einen zu großen Bauchumfang haben (Normwerte: Frauen unter 88 cm; Männer unter 102 cm)
  • übermäßig fett- und kohlenhydratreich essen,
  • wenig körperliche Bewegung haben,
  • an Bluthochdruck leiden,
  • an Diabetes erkrankte Blutsverwandtschaft (Eltern, Geschwister) haben,
  • an Fettstoffwechselstörungen (z. B. hohes Cholesterin) leiden,
  • rauchen,
  • übermäßig Alkohol trinken.

 

Außerdem können verschiedene Medikamente, Krankheiten und auch eine Schwangerschaft das Auftreten von Diabetes begünstigen.

Deshalb empfehlen wir Menschen, die älter als 45 Jahre alt sind und einen der oben genannten Risikofaktoren haben, alle drei Jahre ein Screening auf das Vorliegen einer diabetischen Stoffwechsellage durchführen zu lassen.

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9. Wie kann man Diabetes vorbeugen?

Wir empfehlen Ihnen zuerst, auf Ihr Gewicht zu achten. Dies tun Sie am besten, indem Sie sich idealerweise einen BMI (Body Mass Index) von bis zu 25 kg/m2 und einen normalen Bauchumfang (siehe oben) als Ziele setzen. Für Diabetiker/innen sind regelmäßige Bewegung, eventuell Ausdauersportarten wie zum Beispiel Laufen und Radfahren sinnvoll. Viele Patienten gehen auch gerne Schwimmen, da dies besonders gelenkschonend ist.

Bevor Sie sich nun mit vollem Elan ins sportliche Vergnügen stürzen, befragen Sie bitte unbedingt Ihren behandelnden Arzt und Diabetologen, ob und in welchem Umfang die von Ihnen geplante körperliche Aktivität für Sie geeignet ist. Gerne steht Ihnen Ihre Diabetesberaterin mit Rat und Tat zur Seite.

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10. Warum ist Fußpflege für Diabetiker wichtig?

Das „Wunderwerk Fuß" trägt Sie im Laufe Ihres Lebens über ca. 160.000 km weit. Da wir bei Diabetikern aufgrund der Nerven- und Durchblutungsstörungen häufig eine eingeschränkte Schmerzwahrnehmung und gestörte Schweißsekretion beobachten, die nicht selten Mikroverletzungen unbemerkt bleiben lassen, empfehlen wir Ihnen ein besonderes Augenmerk auf Ihre Füße zu lenken.

Wir raten Ihnen deshalb, einmal pro Tag Ihre Füße selbst zu untersuchen. Dies wird Ihnen helfen, Fußverletzungen frühzeitig zu erkennen. Regelmäßige podologische Fußpflege und angepasstes Schuhwerk werden Ihnen helfen, Verletzungen vorzubeugen.

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11. Was sollte Ihnen bei der täglichen Fußuntersuchung auffallen?

  • Rötungen,
  • Druckstellen,
  • Blasen,
  • Schwellungen,
  • Hornhaut,
  • Schwielen,
  • Verletzungen,
  • eingewachsene Zehennägel,
  • Fußpilz.


Wichtig: Bitte untersuchen Sie unbedingt auch Ihre Zehenzwischenräume!

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12. Was tun bei Verletzungen an den Füßen?

Aus kleinen Verletzungen und Blasen können innerhalb kürzester Zeit größere Wunden entstehen – bitte nehmen Sie deshalb jede auch noch so kleine Verletzung ernst!

Folgendes Vorgehen hat sich bewährt:

  • Desinfizieren Sie die Wunde mit hautverträglichem, farblosem Desinfektionsmittel (z. B. Octenisept).
  • Decken Sie die Wunde anschließend mit einem Pflaster oder sterilem Verband ab!
  • Suchen Sie bitte umgehend Ihren behandelnden Arzt oder Diabetologen auf!

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13. Was ist der Body Mass Index (BMI)?

Als Orientierung zum Körpernormalgewicht wird der BMI wie folgt berechnet:

 

BMI = Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in m2

 

Beispiel:      Eine Frau wiegt 70 kg und ist 1,70 groß

                  70 : (1,7 x 1,7) = 24,2 daraus folgt: BMI = 24,2 kg/m2

 

 

Bewertung des BMI:

 

unter 19 kg/m2: Untergewicht

 

20 bis 24,9 kg/m2: Normalgewicht

 

25 bis 29,9 kg/m2: Übergewicht

 

30 bis 34,9 kg/m2: Fettleibigkeit Grad 2

 

über 40 kg/m2: Fettleibigkeit Grad 3

 

Achtung! Der BMI gilt nicht für Kinder/Jugendliche oder Hochleistungssportler!

 

 

 

 


14. Was sagt der Bauchumfang aus?

Der Bauchumfang ermöglicht eine Aussage über die Körperfettverteilung beziehungsweise über das Ausmaß des inneren Bauchfetts, das den Stoffwechsel am meisten beeinflusst. Studienergebnisse haben gezeigt, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen "Zuviel des inneren Bauchfetts" und einem erhöhten Risiko für herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes gibt.

 

Wie wird der Bauchumfang gemessen?

 

1. Im Stehen

2. Anlegen des Maßbands auf Nabelhöhe in gerader Linie um den Bauch herum

3. in leicht ausgeatmetem Zustand

 

Der Bauchumfang ist als normal zu bezeichnen:

für Frauen unter 88 cm

für Männer unter 102