| Ein Interview mit Dr. Natalija Deuerling
ACHTUNG: Machen Sie mit beim Preisrätsel!
Brustkrebs ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung der Frau: Jedes Jahr trifft es in Deutschland mehr als 57.000 Frauen neu; in den Industrieländern ist Brustkrebs sogar die häufigste Todesursache bei Frauen um das 40. Lebensjahr. Ein triftiger Grund für das Brustzentrum am Klinikum Fichtelgebirge, immer wieder mit Aufklärungskampagnen an die Öffentlichkeit zu gehen: So hat auch der „Tag der Frau" im Kösseineeinkaufszentrum fast schon Tradition. Am Samstag, dem 14. Mai, ist es wieder soweit: Das Team von Chefärztin Dr. Maria Dietrich sowie Firmen und Selbsthilfegruppen stehen von 10 bis 15 Uhr für Informationen und Aufklärung rund um das Thema „Frauengesundheit" bereit. Wir sprachen mit Dr. Nataljia Deuerling, der Leitenden Oberärztin der Frauenklinik im Haus Marktredwitz, die für die Organisation des Infotags verantwortlich ist.
Frau Dr. Deuerling, wie entsteht Brustkrebs, und was kann jede einzelne Frau tun?
Dr. Deuerling:
Die genaue Ursache für die Entstehung von Brustkrebs ist noch immer unbekannt, allerdings weiß man, dass etwa 5 bis 10 % der Erkrankungen Folge einer erblichen Veranlagung sind. Die beste Waffe im Kampf gegen den Brustkrebs ist nach wie vor die Früherkennung: Für Frauen ab 30 sieht das gesetzliche Früherkennungsprogramm eine jährliche Tastuntersuchung der Brüste und Lymphknoten in der Achselhöhle durch die Frauenärztin/den Frauenarzt vor. Jede Frau sollte darüber hinaus jedoch einmal im Monat, am besten zwischen dem siebten und zehnten Zyklustag, ihre Brust selbst untersuchen und dabei auf Veränderungen wie Rötungen, Einziehen oder Vorwölbungen der Haut oder Brustwarze achten. Seit dem Jahr 2004 gehört die Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) im Abstand von zwei Jahren für Frauen zwischen 50 und 69 zum kostenlosen Früherkennungsprogramm.
Was passiert, wenn etwas festgestellt wurde?
Dr. Deuerling:
Sollte eine Frau selbst oder ihr Arzt Auffälligkeiten festgestellt haben, können Ultraschalluntersuchungen und die Entnahme von Gewebeproben („Stanzbiopsie") weiter Aufschluss geben. Mit Hilfe der Biopsie lässt sich sicher feststellen, ob die Veränderungen gut- oder bösartig sind. Sollte die Diagnose dann zweifelsfrei „Brustkrebs" lauten, ist in den meisten Fällen ein chirurgischer Eingriff nötig. Dabei kann heutzutage jedoch in vielen Fällen auf die Amputation der Brust verzichtet werden: In der Regel entfernt man nur die Geschwulst, deren unmittelbare Umgebung und die so genannten „Wächterlymphknoten" – dabei handelt es sich um Lymphknoten in der Achselhöhle in unmittelbarer Nähe des Tumors. Der Anteil der so genannten Brust erhaltenden Operationen liegt bei Tumoren unter zwei Zentimetern im Klinikum Fichtelgebirge bei 93 %.
Welche Möglichkeiten gibt es noch außer einer OP?
Dr. Deuerling:
Zur Standardbehandlung nach einer Brustkrebsoperation gehört auch die Strahlentherapie. Sie wirkt vor allem lokal und soll vor allem das Risiko senken, dass sich in unmittelbarer Nähe des vorher operierten Tumors eine neue Geschwulst bildet.
Medikamente, die bösartige Zellen absterben lassen oder ihre Vermehrung stoppen, wirken dagegen überall im Körper. Ob eine Chemotherapie durchgeführt werden muss, hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel vom Alter der Frau, der Größe und Ausbreitung sowie des Bösartigkeitsgrades des Tumors. Es ist manchmal auch möglich, das Wachstum eines Tumors durch Antihormone zu beeinflussen.
Was bedeutet das?
Dr. Deuerling:
Dabei wird durch die Gabe von bestimmten Medikamenten der Hormonhaushalt der Frau verändert und dadurch die Entstehung beziehungsweise die Ausbreitung von Metastasen verhindert. Bei gut einem Viertel der Brustkrebspatientinnen kann durch eine gezielte Immuntherapie das körpereigene Immunsystem aktiviert werden. Genauere Informationen dazu und zu vielen anderen Themen, außerdem einen individuellen Brustkrebsrisikotest gibt es natürlich bei unserem „Tag der Frau".
Wir laden auch alle Frauen ganz herzlich ein, sich an unserem kleinen Preisrätsel (siehe unten) zu beteiligen und uns die Lösung zuzuschicken (Klinikum Fichtelgebirge, Sekretariat Frauenklinik, Schillerhain 1-8, 95615 Marktredwitz) oder am 14. Mai an unserem Informationstisch abzugeben. Um 15 Uhr werden die Gewinnerinnen vor Ort ausgelost und gegebenenfalls benachrichtigt!
Frau Dr. Deuerling, vielen Dank für das Interview!
„Tag der Frau", am Samstag, dem 14. Mai im KEC (Erdgeschoss), 10 bis 15 Uhr
Mit dabei: Physiotherapie Klinikum Fichtelgebirge gGmbH, Psychosoziale Krebsberatungsstelle Hof/Wunsiedel, AOK, Orthopädie Fischer, Orthopädie Jahn, Buchhandlung Rupprecht, Selbsthilfegruppen Marktredwitz, Wunsiedel, Selb, Selbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs" Tirschenreuth.
Preisrätsel:
1) Was ist die häufigste bösartige Erkrankung der Frau?
- Hautkrebs
- Gebärmutterhalskrebs
-Brustkrebs
2) Die monatliche Selbstuntersuchung der Brust sollte wann erfolgen?
- zwischen dem 7. und 10. Zyklustag
- kurz vor der Regelblutung
3) Welche Behandlungsmöglichkeiten für Brustkrebs gibt es?
- Operation
- Bestrahlung
- Chemotherapie
- Aspirintherapie
- die "Pille"
4) Wie oft wird das Mammographie-Screening als Früherkennungsmaßnahme angeboten?
- jährlich
- alle zwei Jahre
- alle fünf Jahre
Lösungsvorschläge bitte
- per Post an Klinikum Fichtelgebirge, Sekretariat Frauenklinik, Schillerhain 1-8, 95615 Marktredwitz
- per Mail an frauenklinik@klinikum-fichtelgebirge.de
- persönlich abgeben beim "Tag der Frau" am 14. Mai
Und das können Sie gewinnen:
1. Preis: Drei Wohlfühlmassagen in der Physikalischen Abteilung des Klinikums Fichtelgebirge Haus Marktredwitz
2. Preis: Buchgutschein über 20 Euro (Buchhandlung Rupprecht)
3. Preis: Kinogutschein über 10 Euro
