Realistische Szenarios bereiten Pflegeschüler*innen auf Ernstfall vor

Unter dem Namen „Room of Horrors“ veranstaltete die Berufsfachschule für Pflege kürzlich eine sehr lebensnahe Übung. Damit begeisterten die Verantwortlichen nicht nur die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule sondern auch interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pflege.

Patienten sind im Krankenhaus verschiedenen Risiken ausgesetzt, welche zu Patientenschädigung und unerwünschten Folgen führen können. Das sichere und schnelle Erkennen von Patientensicherheitsgefahren in Verbindung mit einem situativen Handeln ist erforderlich, um solche Risiken im Arbeitsalltag einer Pflegekraft abzuwenden.

In einem dafür vorbereiteten Klassenzimmer und dem Skillslab-Raum der Schule wurden alltagsnahe Fehler und Risiken für den Patienten versteckt.
Die Lernenden der Abschlussklasse einwickelten fünf verschiedene Szenarien mit speziellen Gefährdungen in den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie, bei chronisch kranken Patienten mit Diabetes Mellitus und bei Patienten mit einer chronischen Wunde.

Die Auszubildenden sowie interessierte Pflegekräfte und Lehrkräfte versuchten in jeweils 20 Minuten einzeln und später in Teams von 3-4 Personen, die Fehler und Risiken aufzudecken und auf dafür vorgefertigten Bögen zu vermerken. Im Anschluss erhielten die Teilnehmenden die Auflösungsbögen mit allen Fehlern zum Abgleich ausgehändigt, um so die eigene Trefferquote zu bestimmen.

Alle Szenarien wurden unter strenger Einhaltung der in der Schule geltenden Hygienevorschriften umgesetzt. Die Zufriedenheit der Teilnehmer war sehr hoch und stärkte noch mehr die Gruppendynamik zwischen den Ausbildungsjahrgängen. Eine Wiederholung des Projekts für das kommende Jahr ist gewünscht:

„Es war für alle Beteiligten eine Premiere! Wir sind sehr stolz auf die erfolgreichen Projekttage und das positive Feedback aller Teilnehmenden“ so Schulleiterin Xenia Kugler. „Es war beeindruckend, mit wieviel Engagement und Kreativität die Auszubildenden der Abschlussklasse das Projekt umgesetzt haben, sogar selbst in die Patientenrolle schlüpften, um die Krankenhausszene so realistisch wie möglich nachzustellen.“ Alle Lernende und Lehrkräfte sprachen sich für eine Neuauflage des „Room of Horrors“- Projekts im kommenden Jahr.

 

Hintergrund

Das ursprüngliche Projekt „Interaktives Lernen im Room of Horrors“ wurde von der Stiftung Patientensicherheit in der Schweiz ins Leben gerufen. Verschiedene Kliniken haben das Projekt bereits aufgegriffen und für verschiedene Disziplinen angeboten. Das Klinikum Fichtelgebirge wagte den Erstversuch und realisierte dieses, an das Schweizer „Room of Horrors“ Model angelehnte Projekt , von Auszubildenden für Auszubildende in der Pflege. (Zimmermann,Ch;Schwappach D.: Interaktives Lernen im Room of Horrors. Manual,2019, Stiftung Patientensicherheit Schweiz, Zürich)

Die Auszubildenden der Krankenpflegeschule am Klinikum Fichtelgebirge sowie interessierte Pflegekräfte und Lehrkräfte trainierten mit dem Projekt „Room of Horrors“ ihre Fähigkeiten, sicher und schnell Patientensicherheitsgefahren zu erkennen.

Rückkehr zum Präsenzunterricht an der Pflegeschule

Krankenpflegeschule führt Umfrage zum Distanzlernen durch.

Endlich wieder Leben in der Berufsfachschule für Pflege am Klinikum Fichtelgebirge.

Für einige Wochen war unsere Anschlussklasse der Gesundheits- und Krankenpflege zur Freude aller Lehrkräfte, in den Schulräumen anzutreffen.
„Realer Unterricht mit direktem (wenn auch mit Abstand) Schülerkontakt und Dialog, belebt das Unterrichtsgeschehen enorm“ so Frau Baldszus, Medizinpädagogin an der Pflegeschule.

Auch die Schülerinnen und Schüler sind positiv gestimmt und kamen gerne täglich in die Schule.
Denn, wie eine interne Umfrage ergab, über 40% der Auszubildenden der Abschlussklasse finden das Miteinander im Distanzunterricht nur befriedigend.
Fast 70% der Lernenden teilten in der Umfrage mit, dass ihnen der Kontakt zu Mitschülern fehlt. Über 50% der Befragten sind im Distanzunterricht unmotivierter gegenüber dem Unterricht vor Ort.

„Der Ablauf des Unterrichtstages in der Präsenzphase ist etwas anderes als sonst, so Schulleiterin Xenia Kugler.

„Nahezu täglich erhalten wir von der bayerischen Staatsregierung Benachrichtigungen über das Vorgehen an Schulen für die kommende Woche. Jede Woche gibt es neue Anforderungen. Zusätzlich erhalten wir sehr zuverlässig und zeitnah zum Wochenende die Anweisungen vom Schulamtsdirektor Tauber über das abweichende Vorgehen an den Schulen im Landkreis Wunsiedel.“

Derzeit führen die Lernenden der Abschlussklasse unter Aufsicht einer Lehrkraft montags, mittwochs und freitags einen Selbsttest in Bezug auf eine SARS-CoV-2-Infektion durch. Zusätzlich tragen die Auszubildenden im Unterricht FFP2-Masken und halten Abstand im Klassenraum und auch in den Pausen. Nach 45 Minuten Unterricht 

gibt es Lüftungspausen. In den Klassenräumen befinden sich zudem Co2 Sensoren die rot leuchten, wenn in noch kürzeren Abständen durchgelüftet werden muss.
In den Pausen können unsere Schüler, wie auch im letzten Jahr, auf die freundliche Leihgabe der Firma Nothaft zurückgreifen. Die Marktredwitzer Brauerei belieferte uns wieder mit vielen Bierbankgarnituren, die von den Schülern sehr gerne im Unterricht und den Pausen genutzt werden.

Schülerin Rayen betonte den Nachteil des Distanzunterricht:“ Es ist besser aus der Wohnung zu gehen, in die Schule zu kommen und dann nach Hause zu gehen um zu entspannen, bevor der Lernstress für die Abschlussprüfungen auf dem Plan steht. Es fehlt die Abgrenzung zwischen dem Arbeitsplatz Schule und dem Privatbereich“. Diese Meinung vertreten auch 25 % der Mitlernenden die sich sehr stark oder stark im Distanzunterricht durch das „Zuhause sein“ ablenken lassen.

Auch den Lernerfolg des Unterrichts in der Schule, bewerten die Auszubildenden mit 92% als viel höher im Vergleich zu dem Lernen zu Hause.

Wir hoffen alle auf eine baldige Inzidenzsenkung und auf Präsenzbetrieb für alle unsere Auszubildenden.


Krankenpflegeschüler besuchten das Dokumentationszentrum in Nürnberg

Kurz vor dem 2. Lockdown besuchten die Krankenpflegeschüler das Dokumentationszentrum in Nürnberg. Gefördert wurde diese Studienfahrt durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“.

Mitte Oktober fuhren die Schüler des 3. Ausbildungsjahres der Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Fichtelgebirge gGmbH nach Nürnberg, um sich zu „Medizin und Menschenbild im Nationalsozialismus“ zu bilden. Hierzu wurde die Ausstellung „Faszination und Gewalt“ im Reichsparteitagsgelände besucht. Die Schülerinnen und Schüler erhielten ein umfassendes Bild über nationalsozialistische Gewaltherrschaft, sowie der Geschichte des Reichsparteitages. Verschiedene Tafeln mit Schriftzügen, Bilder und Videos informierten uns über die Themen Rassismus, Eugenik und Euthanasie. Anschließend beschäftigten sich die angehenden Pflegekräfte im Rahmen eines Workshops intensiv mit den Themen: „NS-Schwestern“, „Zwangssterilisation“, „Euthanasie und Aktion T4“. Organisiert wurde dieser Workshop vom DoKuPäd-Zentrum Nürnberg. Die Schülerinnen und Schüler sowie die begleitenden Lehrkräfte empfanden die Studienfahrt als sehr lehrreich und sinnvoll: „Dieser Teil der deutschen Geschichte darf nie an Bedeutung verlieren“ so Matthias Schultz, Berufspädagoge im Gesundheitswesen an der Marktredwitzer Berufsfachschule. „Wir bedanken uns bei der Koordinierungs- und Fachstelle am Evangelischen Bildungszentrum Bad Alexandersbad, die diese Exkursion durch das Bundesprojekt „Demokratie leben“ finanziell unterstützt hat.“


Anleitungswoche in der Pflegefachschule

In der letzten Woche fand an beiden Häusern des Klinikum Fichtelgebirge die „Anleitungswoche“ statt. Eine richtige Tradition an der Pflegefachschule, die sich bewährt hat.

Für jeden Tag der Anleitungswoche sind im Vorfeld grundpflegerische Aufgaben festgelegt worden. Dabei werden erstmals theoretisch besprochene Pflegetätigkeiten in der Praxis angewendet.

Unsere Schülerinnen und Schüler aus dem 3. Lehrjahr standen dabei dem 1. Lehrjahr eine Woche lang als „Begleitung“ zur Seite und erleichterten so den ersten Einstieg in den „Stationsalltag“.

Um einen erleichterten Einstieg für das 1. Lehrjahr in die Praxis zu ermöglichen, führte unsere Schule in der Mitte Oktober das Schulprojekt „Anleitungswoche“ durch. Die „Anleitungswoche“ hat Tradition am Klinikum Fichtelgebirge und hat sich seither sehr bewährt.

Der jährlichen Anleitungswoche voraus gehen immer die „Praxisnachmittage“. Hier lernen „die Neuen“ die richtige Händedesinfektion, Vitalzeichen messen, Reanimation, Essen reichen , Handbad, Nagelpflege, Inkontinenzversorgung, Lagerung, Waschung, Mobilisation und Patientenaufnahme. Auch der Alterssimulator Gert kommt zum Einsatz sowie die Tremorhand, mit der Parkinson nachempfunden werden kann.


Berufsstart in die Pflege

22 der 23 Absolventen starten am Klinikum Fichtelgebirge in das Berufsleben

Nach drei Jahren Theorie und Praxis verließen kürzlich die Absolventen des Jahrgangs 2017/2020 ihre Ausbildungsstätte am Klinikum Fichtelgebirge. Geschäftsführer Martin Schmid, Schulleiterin Xenia Kugler sowie die Pflegedirektoren Christine Waterloo und Karlheinz Dachs gratulierten in ihren Reden den neuen Gesundheits- und Krankenpfleger/innen und wünschten den Absolventen im neu erlernten Beruf einen guten Start und bedankten sich bei allen, die ihren Anteil an der Ausbildung dieses Jahrgangs hatten. Trotz der erschwerten Corona-Prüfungsbedingungen, freute sich die Schulleitung über die überaus guten Ergebnisse.


Der Geschäftsführer des Klinikum Fichtelgebirge beglückwünschte die Absolventen und freute sich, allen eine 400€-Prämie sowie einen MAK-Gutschein für die bestandene Prüfung zukommen lassen zu können.


Die beste Absolventin, Sophie Thoma, die mit einem Notendurchschnitt mit eins vor dem Komma abgeschlossen hat, erhielt eine besondere Ehrung in Form eines Buchs, welches der Landrat Peter Berek übermitteln ließ.


Auf die 23 neuen Gesundheits- und Krankenpfleger-/innen wartet eine interessante und vielseitige Karriere in einer äußerst zukunftssicheren Branche. Nach den drei Jahren, die in 2.100 Stunden Theorie und über 2.500 Stunden Praxis gegliedert sind und mit einer dreiteiligen Abschlussprüfung abschließen, wird der Nachwuchs schon freudig erwartet.


Die Nachwuchskräfte verstärken nun in den unterschiedlichsten Einsatzfeldern die erfahrenen Pflegekräfte. Besonders erfreulich ist, dass 22 von 23 Absolventen am Klinikum Fichtelgebirge in Selb und Marktredwitz in den Beruf starten werden.

 


Unsere Schülerinnen und Schüler des zweiten Ausbildungsjahres in der Gesundheits- und Krankenpflege gingen ihren Unterricht zu „Gesundheitsförderung und Selbstpflege“ sehr praktisch an.

Da die tägliche Arbeit in der Pflege eine gute körperliche Verfassung erfordert, sollten unsere Schülerinnen und Schüler einen kleinen Einstieg bekommen und auch gleich die Sport-Angebote vor Ort kennenlernen.

Das Klinikum Fichtelgebirge unterstützt seine Mitarbeiter bei der Gesundheitsförderung mit der IGB Karte, die zur Nutzung von zahlreichen Sport- und Gesundheitseinrichtungen eingesetzt werden kann. Der Eintritt oder Monatsbeitrag ist dann geringer oder teilweise auch ganz kostenfrei. Auch das „Clever Fit“ in Marktredwitz ist Mitglied im IGB-Gesundheitsnetzwerk. Trainerin Janine zeigte zahlreiche Übungen fürs Studio und für daheim, die den ganzen Körper kräftigen.

Nach zwei Stunden Sport, unter Anleitung von Trainer Chris, wurde unser 2. Kurs begeistert, verschwitzt und mit gesunder Gesichtsfarbe ins Wochenende entlassen. Wiederholung unbedingt erwünscht.

 

 


NEUER NAME, NEUE AUSBILDUNG, NEUER KURS

Die ersten Schüler starten in die neue generalistische Pflegeausbildung am Klinikum Fichtelgebirge.


„Seit September gibt es bei uns nun die neue, sehr attraktive generalistische Pflegeausbildung", erklärt Schulleiterin Xenia Kugler und freut sich zusammen mit ihrem Lehrerteam über den ersten Kurs mit ganz neuem Lehrplan.


Mit dem neuen Ausbildungsjahr wurde die Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Fichtelgebirge zur „Berufsfachschule für Pflege“.
„Das Besondere an der neuen Ausbildung ist, dass sie zur Pflege von Menschen aller Altersstufen befähigt" betont Xenia Kugler. Für die künftigen Absolventen, die dann den Abschluss als Pflegefachmann/-frau in der Tasche haben, eröffnen sich vielseitigste Einsatz-, Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten.


Die erste Klasse ist am 01.09.2020 in die generalistische Ausbildung gestartet und schon bald dürften sich die 32 Schülerinnen und Schüler einmal ziemlich alt fühlen: Mit „GERT“ altert man nämlich in Minutenschnelle um Jahrzehnte. Der neuangeschaffte Alterssimulationsanzug lässt den jungen Träger altersbedingte Einschränkungen spüren, mit denen ältere Menschen konfrontiert sind. Dazu zählen Einengungen des Gesichtsfeldes, Eintrübung der Augenlinse, Gelenkversteifung, Kraftverlust, Hochtonschwerhörigkeit und Einschränkungen des Koordinationsvermögens.


Aber nicht nur GERT steht in dem siebenwöchigen Einführungsblock auf dem Programm. Nach dem ersten Kennenlernen der Räumlichkeiten, der Lehrkräfte und der Mitschüler, werden die neuen Auszubildenden während der Praxisnachmittage in verschiedenen Lerninseln das Gelernte erproben. Neben den Stationen Vitalzeichenkontrolle, Ganzkörperwäsche, Reanimationsübungen und Essen eingeben, probieren sie sich dann bereits an Lagerung und Mobilisation aus.


Nach dem ersten Schulblock dürfen die dann gut vorbereiteten Auszubildenden, den ersten praktischen Einsatz – den Orientierungseinsatz - in Marktredwitz und Selb, in Angriff nehmen.


Berufsausbildung in Zeiten von Corona

Wie ändert sich die Ausbildung an der Krankenpflegeschule während der Corona-Pandemie und warum steigt plötzlich das Interesse an diesem Beruf? Interview mit Katharina Glaser, Auszubildende im zweiten Ausbildungsjahr an der Krankenpflegeschule am Klinikum in Marktredwitz und ihrer Schulleiterin Xenia Kugler.

Aufgrund der zahlreichen Hygienevorschriften und Vorsichtsmaßnahmen stellt die Berufsausbildung in Zeiten von Corona für viele Arbeitgeber und Schulen eine große Herausforderung dar. Vor allem auch die Auszubildenden müssen sich immer wieder kurzfristig an geänderte Rahmenbedingen anpassen.

Katharina Glaser, 20 Jahre, befindet sich mit ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin (seit 2020: Pflegefachmann/-frau) im Klinikum Fichtelgebirge an vorderster Front. Inwieweit die Pandemie-Situation ihre Ausbildung beeinflusst hat und wie sich ihr Klinikalltag verändert hat, haben wir in einem Interview erfragt.

Wie war ihr Einsatz bei unseren Covid-Patienten?
Katharina Glaser: Am Beginn der Corona-Zeit am Klinikum sollte ich eigentlich gerade einen praktischen Teil meiner Ausbildung in der ambulanten Pflege beginnen – das fiel aus. Stattdessen war ich in Selb –unserem Covid-Krankenhaus - eingesetzt. Die erste Zeit war sehr arbeitsreich und eine „logistische Meisterleistung“. Wir mussten ständig schauen, wer mit wem zusammenliegen darf um die Patienten gut unterzubringen, sie aber nicht in Gefahr zu bringen. Da ich über 18 Jahre alt bin, durfte ich ganz normal auf der Station mitarbeiten. Die Einweisung vor Ort wurde von den Krankenschwestern nochmal wiederholt- da es viel zu beachten gab. Der Umgang mit den Patienten war letztlich wie immer. Allerdings war die Schutzkleidung sehr ungewohnt für mich: Es war warm und sehr anstrengend in diesen Sachen zu arbeiten.

Fühlten sich gut vorbereitet?
Katharina Glaser: Die Einweisung von den Schwestern war super und gründlich, das Team eingespielt und die Zusammenarbeit prima.

Hatten Sie am Anfang Angst vor dieser Aufgabe?
Katharina Glaser: Ja, anfangs war ich schon nervös, man machte sich Sorgen. Auch ausgelöst von der umfangreichen Berichterstattung aus anderen Regionen und Ländern. Aber letztlich brauchten die Patienten normale Pflege und sie waren froh über den Besuch von uns Schülerinnen und Schülern– die auch mal Zeit für ein kurzes Gespräch hatten.

Was sagte ihr Umfeld?
Katharina Glaser: Meine Mama arbeitet selbst in der Pflege aber meine Großeltern machten sich große Sorgen, riefen mich täglich an und fragten nach, wie die Situation im Krankenhaus ist und wie es mir geht.

Wie haben die Eltern der Schülerinnen und Schüler reagiert?
Xenia Kugler: Die Schüler wie auch die Eltern machten sich große Sorgen bezüglich der Überschreitung der Fehlzeiten, die eine Zulassung zur Abschlussprüfung gefährdeten. Auch hatten die Schüler Angst den theoretischen Inhalt durch Onlineunterricht nicht vollumfänglich verstanden und durchgenommen zu haben. Neben der erhöhten Belastung in der praktischen Ausbildung war auch die Ansteckungsgefahr ein großes Thema bei den Schülern und Angehörigen. Mit viel Geduld und Telefonaten, persönlichen Gesprächen und e-Mails konnte das Lehrerkollegium die Schüler und Angehörigen jedoch in den meisten Fällen beruhigen. Die nachweislich durch Corona-Karenz entstandenen Fehlzeiten fließen auch nicht in die Fehlzeiten ein, das war eine große Erleichterung für die Schüler vor allem des dritten Ausbildungsjahres, die jetzt kurz vor den Prüfungen stehen. Im aktuellen Block der Abschlussklassen wiederholen wir jetzt im Unterricht die wichtigsten online unterrichteten Themen um die Schüler bestmöglich auf die Abschlussprüfung vorzubereiten. Besondere Nachsicht gilt dann auch bei den praktischen Prüfungen, die von den Schülern unter besonderen Anforderungen und Umständen stattfinden werden. Auch hier wurden in Vorprüfungen die Situationen der praktischen Prüfung durchlaufen, so dass den Schüler bekannt ist was auf sie zukommt.

Ist das Interesse an ihrem Ausbildungsberuf gestiegen?
Katharina Glaser: Das Interesse ist aus meiner Sicht gleich geblieben aber die Wertschätzung ist größer geworden. Ich werde oft gefragt wie es auf Arbeit ist. Die Akzeptanz und die Wertschätzung ist sehr groß.
Xenia Kugler: Wir haben sehr viele Bewerbungen erhalten! Wir haben sogar eine lange Nachrückerliste. Das war in den letzten Jahren nicht so. Bewerbungen für 2021/22 sind aber jederzeit möglich.

Das Interesse an der Ausbildung ist deutlich gestiegen und wir haben uns für die 32 besten Kandidaten entschieden. Es gab noch weitere tolle Bewerber, jedoch haben wir derzeit nicht die Kapazität um weitere Plätze anzubieten. Mit dem Neubau der Schule wird das dann möglich sein, es wird dann zwei Klassen geben.

Was hat Sie besonders beeindruckt?
Katharina Glaser: Es war eine sehr spannende Zeit, Flexibilität war oft gefragt und der Zusammenhalt war sehr gut. Es war auch ein echter „Hygiene-Crashkurs“, wir haben alle eine sehr große fachliche Vertiefung erhalten.
Xenia Kugler: Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie junge Menschen, die teilweise erst seit einem halben Jahr in der Ausbildung sind, die Tätigkeiten in der Pflege in dieser besonderen Situation hervorragend meisterten und eine große Hilfe für das Klinikpersonal waren und auch immer noch sind. Trotz Doppelbelastung zwischen Schule und Praxis, trotz zahlreicher durch Corona bedingten Versetzungen innerhalb der Klinik, trotz veränderter Urlaubzeiten und Unterrichtszeiten verlieren die Schüler nicht die Motivation und Freude an ihrem Beruf. Das verdient meine Hochachtung.

Hat sich das Image ihres Berufes geändert?
Katharina Glaser: Der generelle Eindruck ist ja, dass wir vorwiegend alte Menschen pflegen. In der Corona-Hochzeit brauchten aber auch jüngere Menschen unsere Pflege. Gerade das Umgehen mit allen Altersklassen macht den Beruf für mich so attraktiv. Ich habe für mich den richtigen Beruf gewählt.
Xenia Kugler: Das Image der Pflege ist aus meiner Sicht nicht besser geworden. Jedoch wird vielleicht jetzt Allen, die sich bisher mit dem Beruf nicht auseinandergesetzt haben klar, dass Pflege eben nicht jeder kann. Der Pflegeberuf ist mehr als Grundpflege verrichten. Die professionelle Pflege ist komplex, abwechslungsreich, herausfordernd: Nach dem Abschluss kann man so viele Weiterbildungen und Spezialisierungen auswählen, wie in kaum einem anderen vergleichbaren Beruf. Was die Corona-Krise jedoch gezeigt hat, ist die Tatsache, wie wichtig die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen allen Berufen im Krankenhaus ist. Ob Pflegekräfte, Ärzte, Reinigungspersonal, Küchenpersonal, Transportdienst, Technik, IT-Abteilung, Labor, Apotheke oder Verwaltungskräfte: Alle tragen zum reibungslosen Klinikablauf in der Krise bei.


Auch unsere Krankenpflegeschule musste einen kreativen Umgang mit der aktuellen Situation finden. 

Der Kurs 18/21 im 2. Ausbildungsjahr wurde 2 Wochen online unterrichtet über Whatsapp, E-Mail und via einer Schulcloud, welche die hauseigene EDV-Abteilung mit schneller und unbürokratischer Unterstützung des Hasso-Plattner-Instituts eilends eingerichtet hat.

Da sich nicht alle Themen für den Onlineunterricht eignen, wurde entschieden, dass die Schüler nach den zwei Wochen wieder auf die Stationen gehen, um dort ihre praktische Ausbildung weiter fortzuführen. Die versäumten Schulwochen werden im September nachgeholt.

Es erforderte vieler didaktischer Überlegungen welche Themen in welcher Form sinnvoll online unterrichtet werden können. Schulleitung Frau Kugler unterrichtete das Thema Essstörungen. Mit einigen methodischen Änderungen des Präsenzunterrichtes, ist es ihr gelungen den Schülern den nötigen Stoff online zu vermitteln. Frau Kugler nahm in jeder vom Stundenplan vorgesehenen Doppelstunde Kontakt zu den Schülern auf.
Dabei wurden die Einheiten, welche für die nächsten 90 Minuten zu bearbeiten sind, besprochen und die Arbeitsmaterialien zur Verfügung gestellt. Alle Schüler haben immer ihre Einheiten sehr gut ausgearbeitet und in der vorgesehen Zeit auch wieder zu möglicher Korrektur zurückgemailt. Unsere Schüler gaben sich große Mühe und waren sehr fleißig. Die Ergebnisse waren hervorragend.

Im Schnellverfahren haben die Lehrkräfte eine Einführung in die neue Schulcloud erhalten, so dass der Online-Unterricht für die nächste Zeit einfacher umsetzbar ist. Herzlichen Dank an dieser Stelle an unsere EDV-Mannschaft!

„Für eine kurze Zeit ist der Onlineunterricht eine spannende Sache, jedoch fehlt mir der persönliche Kontakt und der Austausch mit den Schülern. Es ist mir zu ruhig in der Schule“ beschreibt Frau Kugler die ungewöhnlichen Schulwochen.

Eine Schülerin dazu: "Ich habe nicht erwartet, dass Schule von zuhause einfach wird. Sowohl technische Probleme, als auch der innere Schweinehund, zu Hause etwas zu tun, musste erstmal überwunden werden. Nachdem aber Frau Neb erstmal in den WhatsApp- Klassenchat hinzugefügt worden war und somit eine recht familiäre Atmosphäre entstanden ist, wurde unsere Motivation geweckt. Durch die Mitteilung der Arbeitsaufträge am Morgen konnten wir uns den Tag nahezu so gestalten wie wir wollten - Hauptsache der Stoff saß am Abend. Die liebevollen Videos am Morgen von Frau Kugler in unserem leeren Klassenzimmer sorgten auch immer für gute Laune. Fazit: Auch im häuslichen Umfeld, ungeschminkt und in Jogginghose lässt sichs produktiv sein!"


Ethikseminar der Schüler und Schülerinnen des 3. Ausbildungsjahres der Berufsfachschule für Krankenpflege Marktredwitz im Jugendtagungshaus Wirsberg

Ende Februar diesen Jahres verbrachte unsere Klasse drei Tage im Jugendtagungshaus Wirsberg, um sich intensiv mit dem Thema Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Zunächst wurde in der Gruppe über belastende Erfahrungen aus dem beruflichen und privaten Bereich gesprochen. Schwerpunkte des Seminars waren u.a. die palliative Versorgung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase, die Sterbephasen nach Kübler-Ross, der Umgang mit trauernden Angehörigen. Thema war auch die Sterbehilfe, die Patientenverfügung, die unterschiedlichen kulturellen Sichtweisen vor und nach dem Tod, das Bestattungswesen und vieles mehr. Am zweiten Seminartag besuchten wir das Hospiz in Naila. Frau Rothemund empfing uns und gab sehr interessante Informationen zum Hospiz. So werden die Menschen nicht als Patienten sondern als Gäste bezeichnet. Aufgenommen werden Menschen, unabhängig ihrer Nationalität und Religion, die eine schwere Erkrankung haben und sich in der letzten Phase ihres Lebens befinden. Der Tagesablauf ist auf das Befinden der Gäste abgestimmt. Bedürfnisse und Wünsche der Gäste und ihrer Angehörigen stehen im Mittelpunkt. Wir bekamen auch die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu besichtigen. Es herrschte eine wohltuende Ruhe im Haus und wir merkten den großen Unterschied zu der Hektik im Krankenhaus. Dieser Hospizbesuch zeigte uns sehr deutlich, wie die optimale Sterbebegleitung ist. Als Ausgleich zu den ernsten und emotionalen Themen des Tages verbrachten wir lustige Abende zusammen mit unseren beiden Lehrer, Frau Neb und Herrn Schremmer. Dieses Seminar war für uns überaus lehrreich und wir würden es jeder Zeit wieder machen wollen.

Annika Blau, Svenja Tost, Celine Raab


Ausbildungsmesse in Selb

Danke für den zahlreichen Besuch an unserem Stand und das große Interesse an unseren Ausbildungsberufen.

  

  

 

 


Ausbildungstag Anatomische Institut in Jena

Einen ganz besonderen Ausbildungstag haben die Schülerinnen und Schüler des 3. Ausbildungsjahres Anfang Dezember verbracht. Zusammen mit Kursleiter Stephan Schremmer und Dr. Margarete Schirmer besuchten sie das Anatomische Institut in Jena. Dort sollten die anatomischen Kenntnisse, die im Unterricht erlernt wurden, an den Exponaten vertieft werden. Zwei Medizinstudentinnen führten die angehenden Krankenpflegerinnen und –pfleger zunächst durch die Ausstellung, in der eindrucksvolle Exponate präsentiert waren. Nach der allgemeinen Führung wechselten sie in die Räume der Präparationskurse für Medizin- und Zahnmedizinstudenten. Körperspenden spielen beim Institut eine große Rolle, vor allem für die Ausbildung angehender Ärzte sowie für die wissenschaftliche Forschung und Lehre.

Unsere Schülerinnen und Schüler konnten an einem Originalpräparat den Aufbau des menschlichen Körpers studieren. In Schutzkleidung und mit Handschuhen durfte jeder ganz nahe an den Tisch herantreten, während der wissenschaftliche Mitarbeiter der Anatomie alle Organe zeigte und erklärte. Ganz Mutige durften die Präparate auch anfassen. Die einhellige Meinung der Marktredwitzer Schülerinnen und Schüler: „Dafür, dass es möglich ist, einen so realen Einblick in den menschlichen Körper zu erhalten sind andere Menschen verantwortlich. Menschen die ihren Körper der Wissenschaft freiwillig zu Verfügung gestellt haben. Es war ein sehr eindrucksvoller Tag für uns.“