Die Medizinische Klinik im Haus Selb des Klinikums Fichtelgebirge ist für Diagnostik und Behandlung von Krankheiten besonders geeignet, die

  • zum Gebiet der Gastroenterologie (Magen-Darm-Erkrankungen) gehören,
  • die Störungen des Herzschlages (Rhythmologie) beinhalten und/oder
  • die eine internistisch orientierte Intensivbehandlung oder –überwachung benötigen.

Endoskopische Methoden (Magen-Darm-Spiegelung) haben in den letzten drei Jahrzehnten ein völliges Umdenken im Ablauf von Therapien bewirkt. Die zunächst in hauptsächlich in der Inneren Medizin eingesetzten Verfahren sind inzwischen in nahezu allen operativen Fächern vertreten und helfen – im Sinne der „Knopfloch-Chirurgie“ – Patienten möglichst schonend zu operieren. Bestimmte Verfahren helfen, es überhaupt nicht zu Operationen kommen zu lassen:

Bei Blutungen aus Geschwüren im Magen-Darm-Trakt kann schon bei der diagnostischen Spiegelung die Therapie erfolgen: Blutungen werden heute über den Instrumentierkanal zum Beispiel des Gastroskopes mit blutungsstillenden Medikamenten unterspritzt, blutende Gefäße können mit Metallclips abgeklemmt werden oder mit koagulierenden Sonden verschorft werden.

Oberflächlich wachsende Tumoren des Magen-Darm-Traktes werden mit über den Instrumentierkanal des Endoskopes platzierten Schlingen oder sonstigen speziellen Instrumenten mit gleichzeitig blutungsstillend koagulierenden Hochfrequenzströmen abgetragen (Polypektomie, Mukosektomie).
Das Lumen des Magen-Darm-Traktes schon stenosierende Tumoren können palliativ mit Koagulationssonden (Elektro-Hydro-Thermo-Sonde) verkleinert und die Passage wiederhergestellt werden.

Die direkte Kombination von Ultraschall und Endoskopie erlaubt bei der Endosonografie eine Magen-Darm-Spiegelung, bei der von innen heraus eine Ultraschalluntersuchung der umgebenden Organe erfolgen kann. Gerade bei der Planung nötiger Therapien ist diese Untersuchungskombination heute sehr wichtig, so kann zum Beispiel eine Beurteilung erfolgen, ob es sich bei Tumoren noch um oberflächlich wachsende oder schon die Wandschichten des Magen-Darm-Traktes durchdringende Prozesse handelt. Bei endosonografischer Diagnose einer noch bestehenden Oberflächlichkeit kann in der selben Sitzung meist noch die Therapie erfolgen. Früher musste erst der Chirurg den gesamten Magen- oder Darmteil, in dem der Prozess sitzt, entfernen, sodass dann der Pathologe bei seiner mikroskopischen Untersuchung hinterher beurteilte, um welches Stadium es sich dabei handelte.

Eine weitere Domäne der Gastroenterologie ist die Behandlung von Gallengangstörungen. Der Gallengang mündet im Zwölffingerdarm in den Darm. Mit einem Duodenoskop wird diese Mündung (Papilla vateri) angesehen, in die Mündung wird ein dünner Katheter geschoben und der Gallen- oder auch Bauchspeicheldrüsengang mit Kontrastmittel gefüllt. Aussparungen im kontrastmittelgefüllten Gallengang weisen unter Röntgen-Durchleuchtung auf Gallengangsteine hin. Auch hier kann die Therapie sofort erfolgen. Durch den Katheter wird ein Führungsdraht geschoben, über den wiederum ein Instrument in der Papille platziert wird, mit dem der Mündungsbereich des Gallenganges gespalten wird. Der im Gang sitzende Stein kann mit Körbchen gefangen werden, oder ein Ballonkatheter bugsiert den Stein aus dem Gang heraus ins Darmlumen (Darminnenraum).

Mit der gleichen Technik können auch andere Krankheiten im Bereich der Gallenwege oder der Bauchspeicheldrüse erkannt werden. Engstellen zum Beispiel. im Gallengang, die nicht operiert werden können oder sollen, können so mit drainierenden Stents überbrückt werden, ein vorher bestehender Gallenstau mit Gelbsucht wird behoben.

Spezielle Überwachungssysteme mit Herzrhythmusanalyse können helfen, schrittmacherbedürftige Störungen der Herzaktion zu entdecken. Gerade bei Patienten mit Schwindelerscheinungen, Synkopen und bradykarder Herzschwäche ist oft die Implantation eines Herzschrittmachers angezeigt. Während dies bei langsamem oder sogar kurzzeitig fehlendem Herzschlag meist offensichtlich ist, kann es jedoch auch bei schnellen Herzrhythmusstörungen dazu kommen, dass ein Herzschrittmacher nötig wird. Es gibt Fälle, die eine den Herzschlag bremsende Medikation brauchen, diese das Herz aber zu stark abbremst. Da der Patient aber nicht auf diese Medikation verzichten kann, muss das Herz mit einem Schrittmachersystem abgesichert werden.

Bei nur gelegentlich auftretenden Herzrhythmusstörungen ist die Implantation eines „Eventrecorders“, der den Herzschlag über mehrere Monate hinweg analysieren und aufzeichnen kann, möglich.

Die Feinarbeit der Schrittmachertherapie liegt in der Optimierung der Kombination aus einzunehmenden Medikamenten und der vom Arzt zu programmierenden Aufgabe des Herzschrittmachers. Jeder Herzschrittmacher ist heute ein Minicomputer, der unter die Haut implantiert mit speziellen telemetrisch arbeitenden Geräten hinsichtlich ihrer Funktion abgefragt und speziell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt programmiert werden können.

Im Haus Selb werden verschiedenste Herzschrittmacher, auch mit antitachykarder Wirkung bis hin zum transvenös-endokardial platzierten Defibrillator implantiert und nachgesorgt. Im Klinikum Fichtelgebirge können somit nahezu alle in Europa implantierten Systeme kontrolliert und programmiert werden. Dieses Angebot wird in nötigen Fällen auch von unseren Nachbarkliniken angenommen.

Die chirurgisch eher operativ orientierte Intensivmedizin und das internistische Aufgabengebiet unterscheiden sich bei schwerkranken oder intensiv zu überwachenden Patienten maßgeblich.

Gerade Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Lunge hängen miteinander zusammen. Oft müssen Patienten zeitweilig künstlich beatmet werden, die Faktoren, auf die bei internistischen Patienten Rücksicht genommen werden muss, sind oft vielfältig, eine Beeinflussung eines Faktors kann das ganze Gleichgewicht stören.
Die Intensivmedizin im Haus Selb konzentriert sich auf solche oft komplexen Behandlungsabläufe. Sämtliche Formen der nichtinvasiven und der invasiven künstlichen Beatmung mit nötigenfalls translaeryngealer Tracheotomie bei länger dauernder Beatmungsnotwendigkeit, invasive Drucküberwachung, thermodilutive Verfahren zur intrathorakalen und Gesamt-Flüssigkeitsvolumenüberwachung (PICCO-System, Rechtsherzkatheter) stehen neben einem üblichen Basismonitoring zur Verfügung.

Ein spezieller Schwerpunkt ist die Akutbehandlung neurologisch-psychiatrisch dekompensierter Situationen. Auch bei Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlungen ist oft eine intensivmedizinische Behandlung oder -überwachung nötig, für die im Haus Selb ein exzellent geschultes und trainiertes Team bereitsteht. Eine enge Kooperation mit der Bezirksklinik in Rehau dient zum Wohle des Patienten einer optimalen Therapieplanung.

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