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14.08.2026

Abschlussfeier 2026: Erstmals gemeinsam – 30 neue Pflegefachkräfte und Pflegefachhelfer starten ihre Karriere

In einem festlichen Rahmen hat die Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe und die Berufsfachschule für Pflege des Klinikums Fichtelgebirge am vergangenen Freitag in der Stadthalle Marktredwitz ihre Absolventinnen und Absolventen verabschiedet.

Ein historisches Ereignis für die Berufsfachschulen:
Zum ersten Mal wurden die Abgängerinnen und Abgänger beider Ausbildungsgänge gemeinsam gefeiert.

Meilenstein: 75 Jahre Pflegeausbildung

Die Schule am Marktredwitzer Krankenhaus blickt auf eine 75-jährige Erfolgsgeschichte zurück: Über 2.400 Pflegefachkräfte haben hier ihre Ausbildung absolviert und prägen seit einem Dreivierteljahrhundert die Pflegelandschaft in der Region.

„Die ersten Absolventinnen und Absolventen unserer Schule befinden sich heute bereits im wohlverdienten Ruhestand – und die heutigen Abgänger treten nun stolz in diese Tradition ein," betonte die Regionalschulleitung Tanja Chlup während der Feier.

Erfolgreiche Bilanz: 30 neue Fachkräfte

An der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe (KPH 61) schlossen 15 Prüflinge erfolgreich ab. Die schriftliche Prüfung erbrachte einen Durchschnitt von 2,33, die praktische Prüfung von 2,4. Das Gesamtergebnis lag bei einem Durchschnitt von 2,35. Unter den besten Absolventinnen und Absolventen dieser Klasse befand sich Herr Tobias Turban mit einem Notendurchschnitt von 1,6 sowie Frau Laila Ekin und Frau Giya Jayu, die beide mit der Traumnote 1,2 abschlossen.

An der Berufsfachschule für Pflege (P23/26) zeigten die 19 Absolventinnen und Absolventen unter Leitung von Frau Michelle Greger und Frau Verena Zeitner ebenfalls beachtliche Leistungen. Die schriftliche Prüfung, die sich über drei Tage erstreckte und fallbezogene Aufgaben zu verschiedenen Altersgruppen, kulturellen Hintergründen und Versorgungsbereichen abdeckte, ergab einen Durchschnitt von 2,5.
Die praktische Prüfung in echten, komplexen Pflegesituationen brachte einen Durchschnitt von 2,7. Die mündliche Prüfung, die am 30. Juli 2026 mit Schwerpunkt auf Berufsrolle, beruflichem Selbstverständnis und pflegerischem Handeln im Team durchgeführt wurde, erbrachte einen Durchschnitt von 2,3. Das Gesamtergebnis dieser Ausbildung lag damit bei einem Durchschnitt von 2,3.

Die besten Leistungen der dreijährigen Ausbildung zeigten Samuel Artmann mit einem Notendurchschnitt von 1,08, Lena-Marie Dierl mit 1,08 und Nele Fraas ebenfalls mit 1,08.

Auszeichnungen und Perspektiven

Vier Absolventinnen und Absolventen wurden mit dem Staatspreis für einen hervorragenden Abschluss ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhalten Fachkräfte, die in ihrem Abschlusszeugnis einen Gesamtnotendurchschnitt von mindestens 1,5 erreicht haben.

Ausgezeichnet wurden Lena-Marie Dierl (Notendurchschnitt 1,33), Nelly Wieland (Notendurchschnitt 1,15), Samuel Artmann (Notendurchschnitt 1,0) und Nele Fraas (Notendurchschnitt 1,10).

Besonders erfreulich ist die hohe Übernahmequote: 12 der neuen Pflegefachkräfte und Pflegefachhelfer werden ein Beschäftigungsverhältnis am Klinikum Fichtelgebirge aufnehmen.

„Vielfalt in der Pflege": Besondere Feier

Der Vorstand des Klinikums Fichtelgebirge und Schulträger, Alexander Meyer, hob in seiner Rede die Premiere hervor. „Erstmals feiern wir zusammen die Abgänger aus der dreijährigen und der einjährigen Pflegeausbildung. Das ist ein sehr schönes Signal für die Vielfalt in der Pflege und für unterschiedliche Wege in einen Beruf mit Verantwortung," sagte er.
Er betonte, dass sich die Pflege aktuell schneller und tiefgreifender verändert als je zuvor. Digitalisierungsprozesse stellen Krankenhäuser vor enorme Herausforderungen.
Dennoch wies der Vorstand auf das Unverzichtbare hin: „Den Kern der Pflege – die menschliche Zuwendung, Empathie, die Fähigkeit zu trösten, zu begleiten – lässt sich nicht digitalisieren. Gerade in diesen Zeiten wird dieses menschliche Element noch wertvoller. Sie sind nicht die Zukunft, die durch Technik ersetzt wird – Sie sind die Zukunft, die durch gute Technik unterstützt wird."

Grußworte von Ehrengästen

Christine Waterloo, Pflegedirektorin des Klinikums Fichtelgebirge, würdigte in ihrer Rede die besonderen Anforderungen an Pflegefachkräfte. Mit anschaulichen Analogien betonte sie die verschiedenen Facetten des Pflegeberufs und animierte die Absolventinnen und Absolventen zur Reflexion über ihre neue berufliche Rolle.

Oberbürgermeister Oliver Weigel, der auch als Stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender des Klinikums fungiert, betonte die zentrale Bedeutung der Pflegefachkräfte für die Stadt und die gesamte Region. Er würdigte das große Engagement der neuen Fachkräfte und deren Bereitschaft, sich einem anspruchsvollen und verantwortungsvollen Beruf zu widmen.

Tour de France als Metapher für die Ausbildung

Die Regionalschulleitung wählte eine originelle und einprägsame Metapher für die Ausbildungsjahre: die Tour de France. Sie würdigte damit die vielfältigen Herausforderungen der Auszubildenden: „Die Ausbildung war keine gemütliche Sonntagsradtour. Sie hatten frühe Frühdienste, Spätdienste, Nachtdienste, schwierige Prüfungen – manchmal fühlte sich der Weg wie eine Bergetappe in den Alpen an."

Die zentrale Botschaft der Rede lautete: „Nicht die Geschwindigkeit entscheidet – sondern das Durchhaltevermögen."
Sie verglich die Absolventinnen und Absolventen mit Radrennfahrerinnen und Radrennfahrern, die am Ende ihrer großen Tour nicht allein auf dem Podium stehen: „Sie gehören zu einem Team, das eines gemeinsam hat: Sie haben gelernt, für andere Menschen da zu sein. Und dafür verdienen Sie nicht nur ein Gelbes Trikot, sondern unseren größten Respekt."

Philosophie guter Ausbildung

Ein abschließendes Motto gab Tanja Chlup den Absolventinnen und Absolventen mit auf den Weg: „Wenn einmal Gegenwind aufkommt, denken sie an die Tour de France: Die schönsten Ziele erreicht man nicht bergab."

Die Regionalschulleitung würdigte anschließend alle, die die Absolventinnen und Absolventen unterstützt hatten: die Lehrerinnen und Lehrer, Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter, Kolleginnen und Kollegen in der Praxis, Familien und Freunde. „Ausbildung gelingt nur gemeinsam," lautete die Kernbotschaft.

Über die Berufsfachschulen

Die beiden Berufsfachschulen des Klinikums Fichtelgebirge gehören zu den etabliertesten Ausbildungsstätten in der Region. Sie bilden zukünftige Pflegefachhelferinnen und -helfer sowie Pflegefachfrauen und -männer aus und verbinden dabei theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung in modernen Gesundheitseinrichtungen. Mit dem 75-jährigen Jubiläum feiert die Pflegeschule nicht nur ihre Geschichte, sondern blickt auch voller Zuversicht in die Zukunft.

Bildunterschrift (v.l.n.r.): Die Absolventinnen und Absolventen der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe und der Berufsfachschule für Pflege des Klinikum Fichtelgebirge mit ihren Lehrkräften.