Qualitätssicherung

  • Schilddrüsenchirurgie
  • Colorektale Chirurgie

Qualitätssicherung 2013

Qualitätssicherung 2017

Die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Klinikums Fichtelgebirge ist Mitglied im Tumorzentrum Regensburg e. V.

Im Rahmen der an unserer Klinik regelmäßig stattfindenden Tumorkonferenzen werden für die Patienten individuelle Therapiekonzepte interdisziplinär erstellt und somit die Versorgung der onkologischen Patienten an unserem Hause optimal gestaltet. In Kooperation mit den an unserem Haus tätigen Onkologen und der Strahlentherapie am Klinikum Weiden können wir unseren Patienten hierdurch jederzeit eine aktuelle Therapieoption anbieten, welche alle neoadjuvanten, adjuvanten und gegebenenfalls palliativen therapeutischen Möglichkeiten aus den Bereichen der konservativen Onkologie, der Chirurgie sowie der Strahlentherapie beinhaltet. Die Zusammenarbeit der fünf operativen Kliniken unseres Hauses zeigt sich insbesondere im Rahmen von multiviszeralen Resektionen bei ausgedehnten Tumorstadien, an denen die Kollegen der chirurgischen Kliniken, der Urologie und der Gynäkologie teilnehmen.

Patienten mit seltenen onkologischen Erkrankungen werden im Rahmen der Tumorkonferenzen des Tumorzentrums Regensburg e. V. vorgestellt und somit auch dem individuellen optimalen Therapieschema zugeführt.

In unserer Klinik werden sämtliche operativen Eingriffe bei chirurgisch zu behandelnden Erkrankungen der Schilddrüse durchgeführt.

Hierzu zählen insbesondere die knotigen Veränderungen der Schilddrüse beim Jodmangel, die Überfunktion der Schilddrüse sowie die gut- und bösartigen Tumore der Schilddrüse.
In enger Kooperation mit den niedergelassenen Kollegen, dem Nuklearmediziner an unserem Klinikum und den Internisten wird die Indikation zu einem operativen Eingriff an der Schilddrüse gestellt. Im Rahmen der Voruntersuchungen ist insbesondere die Stoffwechsellage der Schilddrüse durch Laboruntersuchungen zu definieren, weiterhin wird die Morphologie der Schilddrüse durch Ultraschalluntersuchungen und die Szintigraphie abgeklärt und in Einzelfällen auch eine gewebliche Untersuchung (Feinnadelpunktion) durchgeführt. Abschließend ist vor der Operation noch die Untersuchung der Stimmbandfunktion durch einen Hals-Nasen-Ohren-Facharzt angezeigt.

Wir legen in unserer Klinik im Rahmen des operativen Eingriffs Wert auf eine vollständige Entfernung des erkrankten Schilddrüsengewebes und folgen dabei dem aktuellen Trend der medizinischen Fachliteratur, in dem eine möglichst vollständige Entfernung der Schilddrüse durchgeführt werden soll, um Rezidive (ein Wiederauftreten) der Erkrankung zu verhindern.

Ebenso wichtig ist uns die intraoperative Schonung der Stimmbandnerven, sodass wir an unserer Klinik routinemäßig die Stimmbandnerven hinter der Schilddrüse darstellen und mit einer Elektrode die elektrophysiologische Funktion der Stimmbandnerven überprüfen, also das sogenannte Neuromonitoring durchführen. Nach Abschluss der Operation einer Schilddrüsenseite wird dabei nicht nur der Stimmbandnerv im Operationsgebiet hinter der Schilddrüse überprüft, sondern auch der abseits gelegene Nervus vagus, aus dem sich der Stimmbandnerv später abzweigt. Damit ist die komplette Schonung der Stimmbandnerven zu dokumentieren, bevor die zweite Seite der Schilddrüse operativ angegangen wird.
Im Rahmen der Operation der bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse legen wir größten Wert auch auf die Entfernung der Lymphknoten im sogenannten zentralen Kompartement des Halses, also der ersten Filterstation des Lymphabflusses aus der Schilddrüse.
Postoperativ wird im Rahmen des Qualitätsmanagements vor Entlassung des Patienten aus der stationären Behandlung routinemäßig die Stimmbandfunktion durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt dokumentiert.

Operative Entfernungen von Dickdarm oder Enddarm bei Karzinomen oder Entzündungen

Ein wesentlicher Schwerpunkt der operativen Tätigkeit unserer Klinik liegt im Bereich der großen resezierenden Eingriffe des Dickdarmes und des Mastdarmes bei Karzinomen des Colorektums und bei entzündlichen Erkrankungen.

Wir führen die Eingriffe sowohl in der konventionellen, das heißt herkömmlichen offenen Operationsweise als auch in der laparoskopischen („Schlüssellochmethode“) minimalinvasiven Operationsweise routinemäßig durch.

Bei den Operationen wegen Karzinomen ist uns die radikale Entfernung des Lymphabflussgebietes des betroffenen Darmabschnitts wichtig; im Bereich des Mastdarms (Enddarm oder Rektum) bedeutet dies die sogenannte totale mesorektale Exzision (das heißt die Entfernung des Blut- und Lymphgewebe tragenden Fettgewebes des Mastdarms bis zum Beckenboden). Hierbei ist die Schonung der vegetativen Nerven im kleinen Becken extrem wichtig, um postoperativ eine ungestörte Harnblasen- und Sexualfunktion zu erhalten. In ausgewählten Fällen muss bei Karzinompatienten auch das gesamte Rektum entfernt werden.

Ziel unserer operativen Tätigkeiten beim Rektumkarzinom ist die Erhaltung des Schließmuskelapparates, also die Vermeidung eines künstlichen Darmausgangs. Dies kann nicht in allen Fällen praktiziert werden, da die chirurgische Radikalität, das heißt die vollständige Entfernung des Karzinoms im Gesunden Voraussetzung für die Heilung des Patienten ist.

In Frühstadien wird beim Rektumkarzinom gemäß den Leitlinien die operative Therapie durchgeführt, sollte sich bei der an unserem Hause routinemäßig durchgeführten praeoperativen Endosonografie (Ultraschalluntersuchung des Enddarms mit einer Sonde) ein wandüberschreitendes Wachstum des Rektumkarzinoms zeigen, so führen wir in interdisziplinärer Absprache mit den Onkologen und Strahlentherapeuten vor der operativen Resektion eine sogenannte neoadjuvante Radiochemotherapie durch, das heißt, der Patient wird zunächst der Bestrahlung und gleichzeitigen Chemotherapie zugeführt. Im Falle eines stenosierenden Rektumkarzinoms muss bei einigen Patienten vor der Radiochemotherapie ein künstlicher Dünndarmausgang angelegt werden, um einen drohenden Darmverschluss während der fünfwöchigen vorbereitenden Radiochemotherapie zu vermeiden. Weiterhin wird ein Portkatheter unter die Haut in eine Vene implantiert, um wiederholte Punktionen von Blutgefäßen im Rahmen der Chemotherapie zu vermeiden.

Im Rahmen unseres Klinik-internen Qualitätsmanagements bestimmen wir prospektiv für jeden Patienten die postoperativ auftretenden Komplikationen, hier insbesondere die Rate der Anastomoseninsuffizienzen (Darmnahtbrüche).

Im Rahmen der Betreuung unserer Krebspatienten sind uns die Tumornachsorge und die interdisziplinäre Therapie von eventuell auftretenden Metastasen (Absiedlungen des Tumors) ein besonderes Anliegen.

In Tumorkonferenzen wird dabei zwischen Onkologen, Strahlentherapeuten, Chirurgen und Pathologen das für diesen Patienten individuell bestmögliche therapeutische Vorgehen besprochen und festgelegt. Der Viszeralchirurgie kommt hierbei die operative Entfernung von Leber- und Lungenmetastasen sowie von Weichteilmetastasen zu. Zur Operationsplanung ist hier die Kooperation mit unserer radiologischen Abteilung wichtig, die uns mit ihrem modernen Mehrzeilenspiral-CT exakte räumliche Zuordnungen der Metastasen zu den Gefäßen und Gallengängen der Leber zeigt, um das Resektionsausmaß festlegen zu können. Komplettiert wird diese Evaluation des Patienten durch prä- und intraoperative 3-D-Ultraschalluntersuchungen.

Im Rahmen der Entfernung von Lungenmetastasen legen wir größten Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit unserem am Klinikum tätigen Lungenfacharzt, wobei hier insbesondere die Lungenfunktion des Patienten zu evaluieren und gegebenenfalls zu verbessern ist.

Nach wie vor stellt die chirurgische Entfernung eines Teils oder des ganzen Magens den Eckpfeiler der Therapie des bösartigen Magentumors dar.

Da lokal fortgeschrittene Tumoren des Magens von einer präoperativen oder sogenannten neoadjuvanten Chemotherapie profitieren können, ist uns die möglichst exakte Bestimmung der Tumorausdehnung vor einer Operation besonders wichtig. An unserem Klinikum wird daher die Endosonografie des Magens durch unsere Gastroenterologen durchgeführt und gegebenenfalls eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) im Rahmen des klinischen Stagings praktiziert, um die Patienten herauszufinden, die von der Chemotherapie einen Vorteil vor der Magenteil- oder -ganzentfernung haben. Im Rahmen der sogenannten Staginglaparoskopie wird die Tumorregion direkt angeschaut, es werden Lymphknoten entnommen und gegebenenfalls verdächtige weitere Absiedelungen im Bauchraum biopsiert. Wir setzen dabei die intraoperative Ultraschalluntersuchung im Rahmen der Laparoskopie ein und ergänzen diese durch die intraoperative 3-D-Ultraschalluntersuchung bei verdächtigen Befunden.

Auch im Bereich des Magens ist uns wie beim colorektalen Karzinom die komplette Entfernung des Tumors im Gesunden mit der Entfernung des zugehörigen Lymphabflussgebietes besonders wichtig, um die Prognose des Patienten zu verbessern. Auch bei diesem Eingriff führen wir im Rahmen unseres Qualitätsmanagements die Bestimmung der Eingriff-spezifischen Komplikationsraten durch.

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